Tuesday, June 21, 2005

Wo bin ich eigentlich? (3 von 3)

Das Labor

Almaden Research Center
Ich bin natürlich nicht zum Spaß hier in Cali, sondern ich muss (will/darf?) ja meine Diplomarbeit hier schreiben und das passiert im Almaden Research Center einem Forschungslabor der IBM. Im Bereich der Forschung ist das so ziemlich eine der geilsten Lokationen zum Arbeiten überhaupt. Von Molekularbiologie über Quantenelektronik hin zu Nanotechnologie und natürlich Informatik kann man hier so ziemlich alles antreffen (wie auch das Who-Is-Who der Spitzenwissenschaftler auf dem jeweiligen Gebiet). Ich persönlich bin dem Bereich für Datenbankforschung tätig und baue hier zusammen mit drei Kollegen aus Australien, Finnland und Rosenheim an einem Prototyp für ein neuartiges Informationsmanagementsystem. Das ganze lässt sich am einfachsten als „Google rückwärts“ oder „Google Abo“ umschreiben. Nicht ihr müsst hingehen und nach Informationen suchen sondern dass System kommt automatisch zu euch wenn es für euch relevante Informationen aufspürt.

Das Labor ist aber nicht nur aufgrund der Menschen mit denen man hier zu tun hat ein toller Platz zum Arbeiten. Auch die Lage die Labors ist ein Traum. Große Erklärungen spare ich mich hier einfach mal und verweise wieder auf ein schickes Bild von Google. Anfangs seht ihr nur das Labor von oben (ich sitze in dem Flügel ganz rechts im Bild). Wenn man jetzt nach und nach aus dem Bild herauszoomt (mit dem „Minus“-Knopf links), dann sieht man sehr schön, wo sich der Olymp der Forschung befindet :-).

Für interessierte gibt’s hier noch ein paar mehr Informationen über das Labor (englisch).
Ich hab auch mal ein paar Bilder vom Labor und der Gegendrumherum geschossen, die kann man hier begutachten.

Wo bin ich eigentlich? (2 von 3)

Die Wohnung

Wir haben uns hier für drei Monate in eine der Appartementanlagen, die man hier überall findet, eingemietet. Die Wohnung selbst ist relativ unspektakulär, zwei Schlafzimmer, ein Badezimmer, eine Toilette, Wohnzimmer und Küche bilden quasi eine Einheit und dazu noch ein kleiner Balkon. Das ganze ist schätzungsweise 70qm groß und aus den dünnsten Holzwänden gezimmert, die nur denkbar sind. Die Fenster sind ebenfalls nur einfach verglast und so herrscht drinnen eigentlich immer die gleiche Temperatur wie draußen. Die Appartementanlage besteht aus etwa 300 solcher Wohnungen. Dazu gibt’s noch das übliche Drumherum: Parkplätze, Waschsalons, Fitnessräume, Pools, Whirlpools – was man eben zum Leben so braucht :-). Auch wenn das jetzt mit Fitnesstudio und Pools schon fast nach Luxus klingen mag, die Anlage gehört hier noch zu den einfachsten und billigsten überhaupt. Es gibt hier auch Varianten davon, die einer Fünf-Sterne-Ferienanlage in einem Urlaubsparadies eurer Wahl in nichts nachstehen. Der ganze Spaß kostet uns 1300 Dollar im Monat plus noch mal etwa 200 für die gemieteten Möbel.

Bilder von der Bude gibt’s bestimmt bald (oder später), Google sei Dank, könnt ihr hier schon mal eine schöne Draufsicht auf unsere Anlage genießen. Der Pfeil zeigt so ziemlich genau auf die Stelle an der unsere Wohnung ist, links davon liegt irgendwo der Pool und auf der anderen Straßenseite ist die zweite Hälfte der Anlage.

Wo bin ich eigentlich? (1 von 3)

Für alle, die sich schon mal gefragt haben, wo ich denn eigentlich all den Unsinn hier zusammenschreibe (und nebenbei noch eine Diplomarbeit) gibt’s hier jetzt mal Aufklärung.
Damit das ganze nicht zu lang wird (ich will ja schließlich eure Aufmerksamkeitsspanne nicht überstrapazieren), unterteile ich das mal in drei einzelne Posts.

Die Gegend

Dass ich mich in Kalifornien befinde, dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Die Stadt in der ich hier wohne und arbeite heißt San Jose und liegt etwa 40 Meilen südöstlich von San Francisco und markiert das südliche Ende des Silicon Valley. Für die bildaffinen Menschen unter Euch gibt’s das hier rechts noch mal auf der Karte.

San Jose hat knapp eine Million Einwohner und ist damit hinter Los Angeles und San Diego die drittgrößte Stadt in Kalifornien. Groß ist San Jose auf jeden Fall auch flächenmäßig. Mit 460 Quadratkilometern ist die Stadt mehr als halb so groß wie Berlin obwohl hier nicht mal ein Drittel der Menschen wohnen. Das lässt erahnen, wie geräumig es hier zugeht und sorgt dafür, dass man sich eher wie in einem riesigen Vorort als in einer Großstadt fühlt.

Noch mal knapp 40 Meilen südlich von San Jose liegt Santa Cruz, die Surfhauptstadt der USA (vielleicht auch der Welt) und Heimat der Wellen die uns jedes Wochenende so viel Freude bringen.

Monday, June 20, 2005

Wieder vereint

Ich hab es wieder!
Am Samstag hab ich mein Board von der Reparatur abgeholt (55 Dollar, wie angekündigt) und war erstmal echt überrascht wie gut es geworden ist. Auf dem Foto sieht man gar keinen Unterschied zum Originalzustand und auch in echt lässt sich gerade so erahnen, dass an der rechten Finne was gemacht wurde. Man sieht ja hier auch gerne Leute mit Brettern rumrennen, die dann richtig dicke gelbe Flecken an den Reparaturstellen haben und auf dieses Horrorszenario hatte ich mich auch schon eingestellt. Insofern war ich von dem Ergebnis echt begeistert.
Dummerweise war in der ganzen Gegend keine passende Finne in Weiß aufzutreiben und so hab ich jetzt erstmal eine schwarze besorgt. Das Brett soll ja schließlich in erster Linie mal fahren und eine andere Finne kann ich immer noch kaufen irgendwann.
So gut wie der Samstag also angefangen hat ging's auch weiter. Es gab natürlich keine Schonzeit für den frisch operierten Patienten, wir sind direkt aufs Wasser. Dort wurden wir auch gleich von den dicksten Wellen empfangen, die wir bisher überhaupt hier hatten. Sechs bis acht Fuß waren am Start und so wurden auch gleich mal zwei Contests veranstaltet und auch sonst wars ziemlich voll aufm Wasser. Aber sobald man mal eine Welle erwischt hatte, war das egal, dann ging's richtig ab und dank der Flut musste man auch keine Angst um seine Finnen haben. Nach etwa dreieinhalb Stunden war die bisher geilste Session hier am Ende (bzw. wir waren am Ende, mit Wadenkrämpfen und ausgepowerten Armen kriegt man irgendwann auch die besten Wellen nicht mehr) und den Nachmittag haben wir uns noch ein wenig in die Sonne gelegt.
Der Sonntag verlief mehr oder weniger identisch, nur die Wellen hatten etwa zwei Fuß weniger als am Samstag.
Wirklich neue Bilder gibt's nicht zu sehen, ich hab aus ein paar Aufnahmen vom letzten Wochenende noch ein paar Panoramen von San Francisco zusammengebaut, die gibt's hier zu sehen (am besten über dem jeweiligen Bild auf All Sizes klicken und dann das Original anschauen, alles andere ist viel zu klein).
Nächstes Wochenende wird es wohl nicht viel anders aussehen, aber in zwei Wochen steht dann unser Trip nach San Diego an und danach gibt's mit Sicherheit wieder dick Bilder. Ein bissle Geduld also noch...

Friday, June 17, 2005

Reklamation

Ich glaube Kalifornien ist kaputt. Bei wem kann ich denn hier defekte Staaten umtauschen?
Erdbeben

P.S. Weil es diesbezüglich jetzt schon mehrere Anfragen gab:
Nein, von den Erdbeben die uns hier zurzeit umzingeln hat man nichts gespürt, war wohl wirklich zu weit weg. Stattdessen wieder mal Regen, was für eine Seuchenwoche...
Interessant ist auch, dass ihr in Deutschland (und sogar Australien) über die Sachen die hier in Kalifornien passieren besser Bescheid wisst als ich. Von den Erdbeben hab ich erst durch euch erfahren.

Monday, June 13, 2005

Auflösung

Schreiten wir nun also zur Auflösung unseres gestrigen Ratebildes. Unschwer zu erkennen ist, dass das Brett auf dem unteren Bild auf Holzstücken statt auf dem Rasen liegt und dass die Leash noch dran ist. Über die zwei Dinge sehen wir aber einfach mal hinweg. Der wesentliche Unterschied – einige mögen ihn entdeckt haben – liegt darin, dass auf dem unteren Bild auf wundersame Weise die rechte Finne verschwunden ist.

Wo mag die wohl hin sein, werdet ihr fragen. Genau das hab ich mir am Samstagmorgen auch gedacht. Ich war mit Marcel wieder in Santa Cruz surfen und nach etwa zwei Stunden auf dem Wasser ist mir aufgefallen, dass da irgendwie etwas fehlt, was auf jeden Fall noch da war als ich ins Wasser rein gegangen bin. Anfangs hab ich ja noch gedacht, die Finne wäre nur schlecht montiert gewesen und sei raus gefallen (Marcel hat ja immer noch die Theorie vom Finnenhai…). Am Strand musste ich dann leider erkennen, dass dem nicht so war. Die Finne war tatsächlich richtig raus gebrochen (wer kein Herz hat, kann sich das auf diesem Bild anschauen, mir kommen jetzt noch die Tränen, wenn ich das sehe).

Da lag sie nun also, meine schneeweiße Schönheit, kaum eine Woche unter meiner Obhut und schon um eine Finne ärmer. Und ich lag daneben – am Boden zerstört ob der Gewalt, die ich meinem Baby angetan hatte. Wir haben das Board dann am gleichen Tag noch zur Reparatur gegeben (schlappe 55 Dollar wird der Spaß kosten; plus noch mal zehn für eine neue Finne) und nächsten Samstag werde ich es dann wieder abholen können. Ich hab jetzt schon Angst vor der grausamen Narbe.

Und was lernen wir aus der Geschichte?

  1. Wenn 30-50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche die ersten scharfen Felsen liegen, dann kann man sich nicht nur den eigenen Körper sehr schnell zerpflücken.
  2. Wenn Fiberglas bricht, entstehen sehr scharfe Kanten. Man sollte das Brett nicht unbedingt an diesen Kanten versuchen festzuhalten, sonst sehen die Finger schnell mal so aus.
  3. Ich halte meine Versprechen. Leidet mit mir, habe ich hier an dieser Stelle vor drei Wochen geschrieben. Dass das allerdings so schnell und auf so grausame Weise passiert, hatte ich mir nicht unbedingt gewünscht.

In einer Woche gibt’s dann die Bilder vom operierten Patienten. Bis dahin versuche ich mich von dem Schock zu erholen…

Sunday, June 12, 2005

Find the Difference

Etwas Augensport für euch zum Sonntagabend: Wer findet den Unterschied zwischen dem oberen und unterem Bild? (Falls es so zu schwer sein sollte, bei Klick auf das Bild gibts eine größere Version)
Auflösung und Geschichte dazu gibts morgen Abend - ich muss jetzt erstmal Weinen gehen...

Thursday, June 09, 2005

Ein Mythos ist gestorben


Heute Nacht ist das unglaubliche eingetreten! Eigentlich wollte ich mich heute an dieser Stelle darüber mokieren, dass der ganze Tag gestern so aussah wie auf diesem Bild. Wolkenverhangen. Nicht ein Sonnenstrahl zu sehen. Wofür fahre ich nach Californien?
Stattdessen ist etwas viel schlimmeres passiert. It never rains in California? Von wegen! Albert Hammond hatte Recht, es schüttet! Heute Nacht wurde ich von dem an mein Fenster prasselnden Regen geweckt (Nein, es war kein Albtraum).
Von dem Schock muss ich mich erstmal erholen.
Ich nehme gern eure Beileidsbekundungen entgegen.

Monday, June 06, 2005

Mein Baby


Ich möchte euch gern jemanden vorstellen. Wir haben uns am Samstag in Santa Cruz kennen gelernt. Es war Liebe auf den ersten Blick! Ihre sanften Rundungen und ihre elegante schneeweiße Erscheinung haben mich sofort verzaubert. Ich konnte nicht widerstehen und hab sie sofort mitgenommen.
Sie ist ein echtes Jahrtausendkind, geboren im Juli (wie ich!) 2000 unter Kalifornischer Sonne in den Händen des Shapers Jed Noll. Sie ist zwar mit 9 Fuß Länge recht groß, aber genau richtig für die kleinen Wellen im Sommer hier.
Ich musste sie natürlich am gleichen Tag noch ausführen und so haben wir uns am Pleasure Point südlich von Santa Cruz gemeinsam auf das Wasser begeben. Sie hat mich nicht enttäuscht. Gleich die erste Welle die wir angepeilt haben hat uns mitgenommen und einen fabelhaften Ritt beschert. Und es kamen noch viele weitere dazu an diesem Samstag und auch gestern am Sonntag. Seitdem sind wir ein Herz und eine Seele und ich entschuldige mich schon mal an dieser Stelle, dass ich in Zukunft vielleicht nicht mehr so viel Zeit für euch haben werde. Aber ihr wisst ja wie das ist wenn man verliebt ist…
Besonders freut mich natürlich, dass auch Marcel am Samstag seine Flamme gefunden hat und wir vier ab jetzt zusammen die Wochenenden auf den Wellen in und um Santa Cruz verbringen.
Ein paar Bilder von unseren beiden Lieblingen könnt ihr hier betrachten.

Ciao, bis zum nächsten Mal.

Sunday, June 05, 2005

Liebe

Ich bin verliebt,
meine Braut kommt ganz in Weiss.

To be continued...