Thursday, July 21, 2005

Ja, er lebt noch!

Sorry, Boys'n Girls, die Arbeit hat mich doch ein wenig überwältigt in den letzten zwei Wochen und nicht wirklich Muße zum Schreiben gelassen. Schwer absehbar ob sich das in nächster Zeit so großartig ändern wird. In Abwesenheit eines detaillierten Berichts aus San Diego kann ich euch aber zumindest ein paar Bilder bieten. Mehr kommt (hoffentlich) später.

Thursday, July 07, 2005

Kein guter Morgen

Sehr traurig und bestürzend was die Nachrichten heute morgen aus Europa bringen. Es hinterlässt schon ein komisches Gefühl auf die Londoner Karte zu schauen und überall Explosionen an Orten zu sehen an denen wir letztes Jahr so unterwegs waren. Ich hoffe keiner von Euch hat Angehörige oder Freunde unter den Opfern zu beklagen.
Einzig unser aller Oberpolizist Otto Schily wird sich die Hände reiben, dass er mal wieder ein neues Totschlagargument hat um Datenschutz und Bürgerrechte im Klo runterzuspülen.

Wednesday, July 06, 2005

Im Land der schönen Menschen

Das lange Wochenende ist vorbei und so haben wir uns mißmutig wieder auf die Heimreise nach San Jose gemacht. Die Arbeit hat sich in den letzten Tagen leider auch nicht von allein erledigt hier und so muss ich erstmal noch ein wenig aufholen, um die versäumten 1 1/2 Tage wieder hereinzuholen. Daher dauert's auch noch ein-zwei Tage länger bis hier ein ausführlicher Reisebericht von San Diego auftaucht.
Damit ihr euch aber hier und heute schon für mich freuen könnt, will ich euch doch zumindest wissen lassen, dass die vier Tage Südkalifornien ein echtes Highlight und nicht zuletzt optisch ein absoluter Hochgenuss waren :-)

Thursday, June 30, 2005

Patrioten

Der 4. Juli, seineszeichens der Geburtstag der obersupertollsten Nation aller Zeiten steht bevor und das will natürlich gebührend gefeiert werden. Und wie könnte der vorbildliche amerikanische Staatsbürger die Liebe zur seinem Land besser ausrücken als mit einem Klappstuhl Marke "Stars & Stripes". Wo könnte diese stolze Flagge schließlich besser aufgehoben sein als unter 300 Pfund amerikanischem Patriotismus. Und wenn man dann bei der demonstrativen Zurschaustellung seiner Vaterlandsliebe auch noch 25% sparen kann, dann muss es doch einem jeden braven US Bürger die Freudentränen in die Augen treiben und den Geldbeutel öffnen! Oder nicht...?
Wir jedenfalls werden dieses phantastische Jubiläum nicht damit verbringen die gasförmigen Abfallprodukte unserer Peristaltik durch das Sternenbanner zu blasen, wir begeben uns auf die Reise ins gar wunderschöne San Diego und gönnen uns dort mal vier Tage Urlaub. Bis (mindestes) zum Dienstag wird sich hier also nichts mehr tun (bestenfalls etwas Kommentarspam). Dann aber sollte es wieder einiges zum Lesen und Anschauen geben.
Bis bald!

Sunday, June 26, 2005

Gol! Gol! Gol! Gol! Gol!

Unabhängig von dem bescheidenen Ergebnis, die Übertragung des Spiels zwischen Deutschland und Brasilien gestern war ein echter Leckerbissen.
Anders als letztes Jahr, wo wir für jedes Spiel der Europameisterschaft 20 Dollar auf den Tisch legen mussten (pro Kopf wohlgemerkt), wird der der Confed-Cup hier von einem mexikanischen Free-TV-Sender übertragen. Gewöhnt an das dröge Duo Netzer und Delling erlagen wir dann gleich erstmal der Reizüberflutung. Auch hier ein Moderatorenduo, aber dem männlichen Moderator wurde hier schon mal eine (im übrigen nicht minder kompetente) Kollegin zur Seite gestellt und dazu hat man in dem vielleicht 20qm großen Studio auch gleich noch eine Band und eine Garnitur brasilianischer Sambatänzerinnen drapiert, welche dann in Harald-Schmidtscher Manier regelmäßig auf Stichwort und vor und nach jeder Werbepause die knapp bekleideten Hüften schwangen.
Pause hatte die südamerikanische Rhythmusfraktion nur beim Bericht über die deutsche Mannschaft und über Nürnberg. Hier bildete dann – man pflegt schließlich seine Stereotypen – volkstümliche bayrische Quetschkommodenmusik den Klangteppich.
Das eigentliche Highlight waren jedoch die beiden Spielkommentatoren. Hier hat sich wirklich jedes Klischee über lateinamerikanisches Talent bestätigt. Jeder einzelne der beiden Kommentatore hätte schon mühelos das gesamte Sportschauteam an die Wand geredet, aber im Team war dieses Wunder an Eloquenz einfach unübertrefflich. Jeder kleine Pass wurde mit einem Feuerwerk von Worten begleitet, bei Strafraumszenen haben sich die beiden schier überschlagen. Und wenn das Runde es dann mal ins Eckige geschafft hatte, dann ging’s richtig ab: "GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL!" (Ich hab das hier mal gekürzt, das ging immer etwa 15 Sekunden lang so. Bei jedem Tor!) Bei deutschen Übertragungen kann man so ein Tor ja gerne schon mal überhören, wenn der Kommentator nur kurz so was "Pass in die Spitze, und dann ist er drin." vor sich hinnuschelt. Hier verpasst man mit Sicherheit nix.
Ähnlich auch die Situation vor den beiden Elfmetern. Foul (oder so was ähnliches) im Strafraum, kurz herrscht noch ein wenig Verwirrung unter dem Kommentatorenduo, doch dann steht die Entscheidung des Schiedsrichters fest, dringt nun auch in die Kabine des mexikanischen Senders vor und entlädt sich sogleich über dem geneigten Zuschauer: "PENAL! PENAL! PENAL! PENAL! PENAL! PENAL! PENAL! PENAL!" Um gleich darauf natürlich noch übertroffen zu werden von (man ahnt es schon): "GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL! GOL!"
Leider nur einmal zu oft für Amarillo Azul …

Saturday, June 25, 2005

Erdbeerwoochen


10 Pfund Erdbeeren für 10 Dollar, wer könnte da widerstehen???

Tuesday, June 21, 2005

Wo bin ich eigentlich? (3 von 3)

Das Labor

Almaden Research Center
Ich bin natürlich nicht zum Spaß hier in Cali, sondern ich muss (will/darf?) ja meine Diplomarbeit hier schreiben und das passiert im Almaden Research Center einem Forschungslabor der IBM. Im Bereich der Forschung ist das so ziemlich eine der geilsten Lokationen zum Arbeiten überhaupt. Von Molekularbiologie über Quantenelektronik hin zu Nanotechnologie und natürlich Informatik kann man hier so ziemlich alles antreffen (wie auch das Who-Is-Who der Spitzenwissenschaftler auf dem jeweiligen Gebiet). Ich persönlich bin dem Bereich für Datenbankforschung tätig und baue hier zusammen mit drei Kollegen aus Australien, Finnland und Rosenheim an einem Prototyp für ein neuartiges Informationsmanagementsystem. Das ganze lässt sich am einfachsten als „Google rückwärts“ oder „Google Abo“ umschreiben. Nicht ihr müsst hingehen und nach Informationen suchen sondern dass System kommt automatisch zu euch wenn es für euch relevante Informationen aufspürt.

Das Labor ist aber nicht nur aufgrund der Menschen mit denen man hier zu tun hat ein toller Platz zum Arbeiten. Auch die Lage die Labors ist ein Traum. Große Erklärungen spare ich mich hier einfach mal und verweise wieder auf ein schickes Bild von Google. Anfangs seht ihr nur das Labor von oben (ich sitze in dem Flügel ganz rechts im Bild). Wenn man jetzt nach und nach aus dem Bild herauszoomt (mit dem „Minus“-Knopf links), dann sieht man sehr schön, wo sich der Olymp der Forschung befindet :-).

Für interessierte gibt’s hier noch ein paar mehr Informationen über das Labor (englisch).
Ich hab auch mal ein paar Bilder vom Labor und der Gegendrumherum geschossen, die kann man hier begutachten.

Wo bin ich eigentlich? (2 von 3)

Die Wohnung

Wir haben uns hier für drei Monate in eine der Appartementanlagen, die man hier überall findet, eingemietet. Die Wohnung selbst ist relativ unspektakulär, zwei Schlafzimmer, ein Badezimmer, eine Toilette, Wohnzimmer und Küche bilden quasi eine Einheit und dazu noch ein kleiner Balkon. Das ganze ist schätzungsweise 70qm groß und aus den dünnsten Holzwänden gezimmert, die nur denkbar sind. Die Fenster sind ebenfalls nur einfach verglast und so herrscht drinnen eigentlich immer die gleiche Temperatur wie draußen. Die Appartementanlage besteht aus etwa 300 solcher Wohnungen. Dazu gibt’s noch das übliche Drumherum: Parkplätze, Waschsalons, Fitnessräume, Pools, Whirlpools – was man eben zum Leben so braucht :-). Auch wenn das jetzt mit Fitnesstudio und Pools schon fast nach Luxus klingen mag, die Anlage gehört hier noch zu den einfachsten und billigsten überhaupt. Es gibt hier auch Varianten davon, die einer Fünf-Sterne-Ferienanlage in einem Urlaubsparadies eurer Wahl in nichts nachstehen. Der ganze Spaß kostet uns 1300 Dollar im Monat plus noch mal etwa 200 für die gemieteten Möbel.

Bilder von der Bude gibt’s bestimmt bald (oder später), Google sei Dank, könnt ihr hier schon mal eine schöne Draufsicht auf unsere Anlage genießen. Der Pfeil zeigt so ziemlich genau auf die Stelle an der unsere Wohnung ist, links davon liegt irgendwo der Pool und auf der anderen Straßenseite ist die zweite Hälfte der Anlage.

Wo bin ich eigentlich? (1 von 3)

Für alle, die sich schon mal gefragt haben, wo ich denn eigentlich all den Unsinn hier zusammenschreibe (und nebenbei noch eine Diplomarbeit) gibt’s hier jetzt mal Aufklärung.
Damit das ganze nicht zu lang wird (ich will ja schließlich eure Aufmerksamkeitsspanne nicht überstrapazieren), unterteile ich das mal in drei einzelne Posts.

Die Gegend

Dass ich mich in Kalifornien befinde, dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Die Stadt in der ich hier wohne und arbeite heißt San Jose und liegt etwa 40 Meilen südöstlich von San Francisco und markiert das südliche Ende des Silicon Valley. Für die bildaffinen Menschen unter Euch gibt’s das hier rechts noch mal auf der Karte.

San Jose hat knapp eine Million Einwohner und ist damit hinter Los Angeles und San Diego die drittgrößte Stadt in Kalifornien. Groß ist San Jose auf jeden Fall auch flächenmäßig. Mit 460 Quadratkilometern ist die Stadt mehr als halb so groß wie Berlin obwohl hier nicht mal ein Drittel der Menschen wohnen. Das lässt erahnen, wie geräumig es hier zugeht und sorgt dafür, dass man sich eher wie in einem riesigen Vorort als in einer Großstadt fühlt.

Noch mal knapp 40 Meilen südlich von San Jose liegt Santa Cruz, die Surfhauptstadt der USA (vielleicht auch der Welt) und Heimat der Wellen die uns jedes Wochenende so viel Freude bringen.

Monday, June 20, 2005

Wieder vereint

Ich hab es wieder!
Am Samstag hab ich mein Board von der Reparatur abgeholt (55 Dollar, wie angekündigt) und war erstmal echt überrascht wie gut es geworden ist. Auf dem Foto sieht man gar keinen Unterschied zum Originalzustand und auch in echt lässt sich gerade so erahnen, dass an der rechten Finne was gemacht wurde. Man sieht ja hier auch gerne Leute mit Brettern rumrennen, die dann richtig dicke gelbe Flecken an den Reparaturstellen haben und auf dieses Horrorszenario hatte ich mich auch schon eingestellt. Insofern war ich von dem Ergebnis echt begeistert.
Dummerweise war in der ganzen Gegend keine passende Finne in Weiß aufzutreiben und so hab ich jetzt erstmal eine schwarze besorgt. Das Brett soll ja schließlich in erster Linie mal fahren und eine andere Finne kann ich immer noch kaufen irgendwann.
So gut wie der Samstag also angefangen hat ging's auch weiter. Es gab natürlich keine Schonzeit für den frisch operierten Patienten, wir sind direkt aufs Wasser. Dort wurden wir auch gleich von den dicksten Wellen empfangen, die wir bisher überhaupt hier hatten. Sechs bis acht Fuß waren am Start und so wurden auch gleich mal zwei Contests veranstaltet und auch sonst wars ziemlich voll aufm Wasser. Aber sobald man mal eine Welle erwischt hatte, war das egal, dann ging's richtig ab und dank der Flut musste man auch keine Angst um seine Finnen haben. Nach etwa dreieinhalb Stunden war die bisher geilste Session hier am Ende (bzw. wir waren am Ende, mit Wadenkrämpfen und ausgepowerten Armen kriegt man irgendwann auch die besten Wellen nicht mehr) und den Nachmittag haben wir uns noch ein wenig in die Sonne gelegt.
Der Sonntag verlief mehr oder weniger identisch, nur die Wellen hatten etwa zwei Fuß weniger als am Samstag.
Wirklich neue Bilder gibt's nicht zu sehen, ich hab aus ein paar Aufnahmen vom letzten Wochenende noch ein paar Panoramen von San Francisco zusammengebaut, die gibt's hier zu sehen (am besten über dem jeweiligen Bild auf All Sizes klicken und dann das Original anschauen, alles andere ist viel zu klein).
Nächstes Wochenende wird es wohl nicht viel anders aussehen, aber in zwei Wochen steht dann unser Trip nach San Diego an und danach gibt's mit Sicherheit wieder dick Bilder. Ein bissle Geduld also noch...